Aktuelles

Der Staat lässt wieder ermorden – Bukele hetzt: Am Abend des 31.Januar 2021 wurde ein Kleinlastwagen, der von einer Wahlkundgebung für den FMLN-Bürgermeisterkandidaten für San Salvador, Rogelio Canales, kam mit zwanzig Aktivist:innen und Sympathisant:innen, von drei bewaffneten Männern angegriffen. Gloria Rogel de López und Juan de Dios Tejada Portillo, beide Veteran:innen, wurden erschossen, ermordet, und mehrere Personen verletzt. Noch am selben Abend hieß es in einer Erklärung der FMLN: “Wir verurteilen diesen kriminellen und blindwütigen Angriff als Ergebnis der Haßkampagne der Regierung und des Präsidenten Bukele gegen unsere Partei und unsere Parteimitglieder.” Es folgten unzählige nationale und internationale Verurteilungen des terroristischen Anschlages auf die FMLN-Wahlkämpfer:innen, darunter auch eine der Europäischen Union, abgegeben von den in San Salvador residierenden Botschaftern Spaniens, Frankreichs, Italiens und der Bundesrepublik Deutschland.
Präsident Bukele reagierte kurz nach Bekanntwerden des Verbrechens, wie üblich per Twitter: “Es sieht so aus, als ob die dem Tod geweihten Parteien ihren letzten Plan umgesetzt haben. Wie verzweifelt müssen sie sein in ihrer Angst, ihre Privilegien und Möglichkeiten der Korruption zu verlieren. Ich habe gedacht, dass sie nicht noch tiefer fallen können, aber sie sind gefallen.” Ohne nähere Informationen unterstellte Bukele damit, die FMLN habe das Attentat inszeniert, und nutzte es sogleich für den Wahlkampf seiner Partei. In einem Editorial dazu kommentierte die Internet-Zeitung “El Faro” anderntags: “Kein Wort des Beileids, kein Wort der Verurteilung des Attentates, kein Aufruf zu sofortigen Ermittlungen…kein Aufruf zur Besonnenheit, denn das ist nicht sein Stil. Keine Empathie mit den Opfern, denn er ist der Empathie unfähig.”
Wenige Stunden nach dem Anschlag bestätigte der Generalstaatsanwalt Raúl Melara drei Festnahmen und twitterte seinerseits. “Das ist schwerwiegend, die Wahlen dürfen sich nicht in ein Blutbad verwandeln.” Zwei der Festgenommenen sind Personenschützer der Zivilen Nationalpolizei (PNC) für den Gesundheitsminister Francisco Alabí, der dritte ein privater Bodyguard des Ministers.
Eine Einordnung zu den Hintergründen der politischen Morde findet sich im Blog des Zentralamerikasekretariats Zürich.

 

Solifonds Hurrikan: Die MITKA, über die wir den Kooperativenkaffee “La Cortadora” nach Deutschland importieren, hat einen Solifonds zur Unterstützung der von den Hurricans Eta und Iota im November getroffenen Kaffeekooperativen in Zentralamerika eingerichtet. Als Eta und Iota mit voller Wucht über die Länder Zentralamerikas hineinbrachen, standen die Kaffeeproduzent_innen in den Lieferkooperativen kurz vor der jährlichen Kaffeeernte. Starke Winde, vor allem aber immense Regenmengen haben in ihren Regionen Flüsse zum Überlaufen gebracht und Bäume entwurzelt, Erdrutsche verursacht, Häuser beschädigt oder zerstört und Anbauflächen verwüstet. Die Corona-Pandemie bringt die Kaffeeproduzent_innen ohnehin schon an ihre Belastungsgrenze. Nun sind die Ernten von Bohnen und Mais, die Grundnahrungsmittel für die Landbewohner_innen, zu einem großen Teil vernichtet und die Ernährungssicherheit ist in Frage gestellt. Durch Erdrutsche und blockierte Wege ist der Zugang zu den Kaffeefeldern und der anschließende Transport zu den Sammelstellen erschwert oder unmöglich. Der Regen hat die Kaffeekirschen aufquellen und zu Boden fallen lassen. Die Kooperativen berichten von unterschiedlich hohen Ernteverlusten.

Um die Ernährung der Kooperativenmitglieder sicherzustellen und die langfristigen Schäden in den Kaffeefeldern zu beheben, bitten wir Sie um Ihre Unterstützung. Spenden werden von der MITKA zu 100 Prozent an die Lieferkooperativen weitergeleitet.

Spendenkonto Heidelberger Partnerschaftskaffee e. V.
IBAN: DE92 6725 0020 0003 5511 72
BIC: SOLADES1HDB, Sparkasse Heidelberg
Verwendungszweck: Solifonds Hurrikan
Die Spenden sind von der Steuer absetzbar. Bei einem Beitrag bis zu 200 € gilt Ihr Kontoauszug in
Verbindung mit einem vereinfachten Spendennachweis, den Sie unter www.partnerschafts
kaffee.de/Spenden-Information:_:83.html finden, als Zuwendungsbestätigung für das Finanzamt.
Für Spenden mit einem höheren Betrag erhalten Sie nach dem Jahreswechsel eine Zuwendungsbestätigung.

 

Ursprünglich hatten wir für Sommer 2020 eine Kaffeereise nach El Salvador geplant. Diese mussten wir aus den bekannten Gründen absagen. Sobald die Umstände eine verlässliche Planung einer solchen Reise erlauben, melden wir uns mit neuen Infos und den Teilnahmemöglichkeiten.

 

Zur aktuellen Lage im Kaffeesektor El Salvadors schreibt Luis Vargas am 8. Mai 2020 in der Internetzeitung El Faro unter Überschrift “El COVID-19 ha desnudado la vulnerabilidad del agro salvadoreño”: “Was den Kaffee betrifft, ist die Situation besorgniserregend. Die hohe Verschuldung der salvadorianischen Kaffeewirtschaft, die niedrigen internationalen Preise und die sehr wahrscheinlich verringerte Nachfrage aus dem Ausland werden die Liquiditätskrise dieses Wirtschaftszweiges verschärfen. Das wiederum wird zwei gleichermaßen ernste Folgen haben: den verminderten Bedarf an Arbeitskräften für die laufenden Arbeiten in den Kaffeeplantagen, und die geringere Fähigkeit, diese angemessen zu pflegen. Beides hat wiederum Folgen für die Produktionsmenge, die schon im jetzt abgeschlossenen Zyklus (Ernte 2019/2020, A.d.Ü.) auf ihr historisches Tief gesunken ist. Nach Angaben des “Salvadorianischen Kaffeerates” (Consejo Salvadoreño de Café, CSC) betrug die Ernte dieses letzten Zyklus nur 662 000 quintales (Bericht vom Februar 2020).”

 

Die Kaffeekampagne El Salvador ruft zu Spenden für den Landkauf einer Kooperative von landlosen Campesin@s in Ataco im Westen El Salvadors auf. Hier findet Ihr die Hintergründe und den Spendenaufruf: Crowdfunding Campesinos sin Tierra de Ataco